„Auf einmal ist der Akku leer….!“

Burnout – die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts!

Definition:

Ein "Burnout-Syndrom" (engl. = ausbrennen) ist ein körperlicher und emotionaler Erschöpfungszustand mit anhaltender physischer und psychischer Leistungs- und Antriebsschwäche. "Burnout-Patienten" erleben häufig verschiedene Phasen der Erkrankung – so wird diese Krankheit im Anfangsstadion meist nicht wahrgenommen. Dies spiegelt sich zu Beginn beispielsweise durch ein vermindertes Selbstwertgefühl. Oftmals liegen dem auch berufliche Überarbeitung, verbunden mit dem Gefühl des "Funktionieren-Müssens" zugrunde. In weiterer Folge führt diese Krankheit  vielfach zum Rückzug oder der Meidung sozialer Kontakte. In den Endphasen entsteht oftmals ein mentaler und psychischer Zusammenbruch.

Die drei Phasen des Burnouts:

  • Phase 1: Symptome wie ein Gefühl der Unentbehrlichkeit, gesteigertes Engagement in Richtung Hyperaktivität. Eigene Bedürfnisse werden verleugnet. „Andere brauchen mich mehr als ich mich brauche!“
  • Phase 2: Rückzug beginnt: man entwickelt eine Distanz zu früheren Interessen, alles wird egal, man vermeidet Kontakte, Idealismus verschwindet. Empathie findet nicht mehr statt – die ersten Krankheitstage beginnen
  • Phase 3: Hier geht es richtig bergab: völliger Rückzug, negative Selbsteinschätzung, Schuldgefühle, depressive Phasen, Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit (Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme), Schlafprobleme und körperliche Beschwerden wie Herzjagen, Magen- und Kopfschmerzen, Verspannungen etc.

Burnout ist ein schleichender Prozess, der sich über Monate bis Jahre durch physische, emotionale und mentale Verausgabung entwickelt.

Es kann dazwischen immer wieder zu Phasen der Besserung und Erholung kommen. Oftmals werden erste Symptome ignoriert, auf längere Erholungsphasen wird verzichtet, dabei gilt:

„Je früher die ersten Anzeichen wahrgenommen werden und man etwas tut, desto rascher verläuft die Heilung!“

Es trifft vor allem Personen,

  • die einen hohen persönlichen Leistungsanspruch haben,
  • die sich sehr stark durch den Erfolg in ihrer Arbeit definieren,
  • die eine hohe emotionale Bindung an ihre Arbeit haben,
  • die mehr geben als nehmen,
  • die sich  besonders engagieren,
  • auf die immer Verlass ist,
  • die eigentlich einen Orden und eine Belohnung bekommen müssten!

Vielen Betroffenen wird erst später klar, welcher Weg sie in die ausgebrannte Situation gebracht hat:

  • Intensiver Arbeitseinsatz
  • Annehmen aller Herausforderungen
  • Vernachlässigen der körperlichen Bedürfnisse und der Privatsphäre sowie Missachten aller eigenen Grenzen.
  • Welcher Arbeitgeber möchte nicht so einen engagierten Mitarbeiter?

Aktuelle Zahlen der Statistik Austria belegen, dass rund 1,5 Mio. Menschen in Österreich als „Burnout-gefährdet“ gelten. Täglich steigen die Zahlen von psychisch erkrankten Personen. Die Folgen sind gravierend – sowohl für den Menschen als auch für Krankenkassen, Arbeitgeber etc.

Anfangs oftmals als "Modediagnose" abgestempelt, ist "Burnout" heutzutage zu einer ernstgenommenen psychischen Erkrankung geworden:

"Es ist heute akzeptierter, bei Bekannten oder auch beim Arzt zu sagen: „Ich fühle mich ausgebrannt.“ Zu sagen: „Ich glaube, ich bin psychisch krank“, ist dagegen noch immer ein Tabu.

Ist Burnout ein neues Phänomen?

Sicher nicht! Das Alte Testament erzählt vom Propheten Elias, der nach einer „Erfolgssträhne“ an Siegen beim ersten Anzeichen einer drohenden Niederlage in tiefe Verzweiflung stürzt, den Tod herbeiwünscht und in einen tiefen Schlaf verfällt – von früheren Pastoren die „Elisas-Müdigkeit“ genannt.

Der Begriff Burnout wurde erstmals 1974 von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger verwendet.